Digitales Leben und Stress

  • Subjektives Empfinden versus objektive Belastung
  • Selbstdisziplin als beliebteste Gegenmaßnahme
  • Neue Ergebnisse einer repräsentativen Studie

Berlin / Mindelheim, 10. Oktober 2017. – Umgang mit digitalen Medien und daraus resultierender Stress wird von Anwendern als deutlich weniger belastend erlebt als in den letzten Jahren häufig behauptet. Sie sind von der Nützlichkeit der verschiedenen digitalen Devices und Kommunikationsmittel überzeugt und wenden diese über alle Altersklassen hinweg intensiv an. Der dadurch entstehende Stress wird als gering eingeschätzt. Dies ändert aber nichts daran, dass medizinisch eine objektive Stressbelastung, insbesondere beim Versuch des Multitaskings, besteht. Um dieser Belastung zu begegnen, setzen die Nutzer auf den Faktor „Selbstdisziplin“ und nicht auf Verbote oder betriebliche und gesetzliche Regularien.

Zu diesen überraschenden Ergebnissen kommt eine gemeinsame Studie von der als „Dr. Stress“ bekannten Ärztin und Unternehmensberaterin Dr. Sabine Schonert-Hirz, Berlin, und der im IT-Sektor seit 35 Jahren aktiven Markt­forschungsgesellschaft Lünendonk & Hossenfelder GmbH, Mindelheim. In einer repräsentativen Untersuchung bei rund 600 Berufstätigen in Deutschland wurden vier wesentliche Themenfelder geklärt:

– Favorisierung, Nutzung und Nützlichkeitsbewertung von digitalen Medien,

– Status des Multitaskings – also des Versuchs, mehrere Medien und Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen – sowie

– Einschätzung der dadurch entstehenden Stressbelastung und der sich daraus ergebenden persönlichen Konsequenzen.

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich, dass wir es heute in allen Alters- und Berufsgruppen mit selbstverantwortlichen Nutzern digitaler Medien zu tun haben, die jedoch Informationen über deren versteckte Stresspotentiale und Unterstützung bei der Entwicklung individueller Strategien des Umgangs mit diesen Medien brauchen. Das betriebliche Gesundheitsmanagement kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten“, analysiert die seit Jahrzehnten auf Stressmanagement spezialisierte Ärztin Sabine Schonert-Hirz.

„Die innerhalb eines Jahrzehnts etablierten neuen digitalen Medien wie Tablet und Smartphone machen Menschen Freude, lösen aber gleichwohl Stress aus“, ergänzt Thomas Lünendonk, Senior Advisor der Lünendonk & Hossenfelder GmbH. „Wir gehen professionell mit der jungen Technik um, aber noch nicht professionell mit den Folgen für unsere körperliche und mentale Belastung.“

Ausgewählte Ergebnisse der neuen Studie im Detail:

– Die wahrgenommene Nützlichkeit von Internet, Smartphone, E-Mail, Tablet und Social Media rangiert durchweg auf einem hohen Niveau. Allerdings zeigen sich trotzdem deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Endgeräten und digitalen Kommunikationsmitteln.

– Bei der generell als gering eingeschätzten Stressbelastung durch digitale Medien gibt es eine Rangfolge: Die Hälfte (50%) aller Befragten fühlt sich durch Social Media kaum bis gar nicht gestresst. Noch weniger Stress empfinden die Befragten beim Smartphone (53%), der E-Mail (58%), dem Internet (62%) und dem Tablet (68%). Je stärker die von dem Medium selbst ausgelöste Aufforderung zur Beachtung neu eingegangener Informationen ist, desto größer scheint die empfundene Stressbelastung zu sein.

– Je jünger die Befragten sind, desto mehr neigen sie zum Multitasking: 42 Prozent der 14- bis 29-Jährigen und 40 Prozent der 30- bis 39-Jährigen praktizieren es ständig und oft. Ab dem Alter von 50 Jahren sinkt dieser Anteil ganz rapide. Über 80 Prozent der über 50-Jährigen geben an, selten oder nie Multitasking zu praktizieren.

– Selbstdisziplin ist mit 62 Prozent die am meisten gewünschte Maßnahme, die Nutzer gegen digitalen Stress durch digitale Endgeräte und Kommunikationsmittel einsetzen möchten. Ein eigenes Zeitfenster zur Nutzung digitaler Medien oder strenge medienfreie Zeiten („Digital Detox“) werden nur von 13 Prozent der Befragten gewünscht. Unternehmensregeln und gesetzliche Vorgaben liegen mit 4 beziehungsweise 5 Prozent ganz weit hinten in der Präferenz der Berufstätigen.

Studienbezug

Die aktuelle Studie „Digitaler Stress im Arbeitsleben“ liegt seit 10. Oktober 2017 kostenfrei vor und kann bezogen werden über www.doktor-stress.de oder www.luenendonk-shop.de.


Die Presse-Information als (.pdf)

Die Presse-Information als (.rtf)


Multitasking: Ergebnisse der Frage nach der Häufigkeit des Multitaskings mit digitalen Medien im Laufe eines Tage

Multitasking: Ergebnisse der Frage nach der Häufigkeit des Multitaskings mit digitalen Medien im Laufe eines Tage


Wichtigste Maßnahme gegen Stress: Abgefragte Meinung, wie persönlicher Stress bei der Nutzung digitaler Medien eingedämmt werden könnte

Wichtigste Maßnahme gegen Stress: Abgefragte Meinung, wie persönlicher Stress bei der Nutzung digitaler Medien eingedämmt werden könnte


Grafiken zur Presse-Information: Multitasking | Wichtigste Maßnahme gegen Stress (.pdf)


Die Unternehmen

Unternehmensberatung Medizin und Training / Dr. Stress

Seit 1983 steht die Unternehmensberatung Medizin und Training / Dr. Stress unter Leitung von Dr. med. Sabine Schonert-Hirz Unternehmen und Organisationen bei der gesunden und stressreduzierenden Gestaltung der Arbeit sowie bei der Weiterbildung der Beschäftigten zur Seite. Die Kunden profitieren vom umfangreichen Fachwissen und der ständigen Aktualisierung der Beratungs- und Bildungsinhalte, die die Ärztin und Medizinjournalistin in Vorträgen, Seminaren, Coachings und Beratungsleistungen zur Verfügung stellt. Die Themen sind: Digitaler Stress und digitale Arbeit; Gesund führen; Psychische Gesundheit im Arbeitsleben; Lebenslanges Lernen; Betriebliches Gesundheitsmanagement; Demografischer Wandel – Kompetent führen im Generationenmix. Als Mitglied verschiedener Fachverbände und Rednervereinigungen, als  TV-Coach und Kolumnistin unterstützt Dr. Stress ein großes Publikum dabei, den alltäglichen Stress in einer motivierenden Balance zu halten. Das Motto des Beratungsunternehmens lautet: Liebe Deinen Stress, denn Du brauchst ihn für alles, was Du im Leben erreichen willst!

Lünendonk & Hossenfelder GmbH

Die Lünendonk & Hossenfelder GmbH, Mindelheim, analysiert europaweit Unternehmen aus der Informationstechnik, Beratungs-, Prüfungs- und Dienstleistungsbranche. Mit dem Konzept Kompetenz3 bieten die Informations- und Transformationsberater unabhängige Marktfor­schung, Marktanalyse und Marktberatung aus einer Hand. Der 
Geschäftsbereich Marktanalysen betreut die seit 1983 als Marktbarometer geltenden „Lünendonk®-Listen und ‐Studien“ sowie das umfassende Research-Programm.