Führende Industrieservice-Unternehmen setzen stabilen Wachstumskurs fort

  • Neu: Lünendonk®-Liste von 15 auf 20 Unternehmen erweitert
  • Führende Dienstleister wachsen im Mittel um 1,2 Prozent
  • Instandhaltungsgesellschaften der Parkbetreiber und Allianzen drängen auf den freien Markt
  • Lünendonk®-Liste 2017 ab sofort verfügbar

Mindelheim, 19. Juli 2017. Die führenden Industrieservice-Unternehmen in Deutschland verzeichneten im vergangenen Jahr einen Umsatzzuwachs von durchschnittlich 1,2 Prozent. Dies ist ein besserer Wert als in den Jahren 2013 und 2014, als die Steigerungsraten jeweils weniger als 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr betrugen. Die Lünendonk®-Liste enthält ab diesem Jahr 20 führende Dienstleister. Diese Erweiterung wurde möglich, da sich mehr Unternehmen an der diesjährigen Befragung beteiligten. Die Lünendonk®-Liste erhebt Anspruch auf Vollständigkeit.   

Die Umsatzentwicklungen der Top 10 fallen unterschiedlich aus. Drei Unternehmen steigerten die Umsätze, zwei Dienstleister verharrten auf Vorjahresniveau und fünf Anbieter verbuchten Umsatzrückgänge. Somit besteht das heterogene Marktbild auch nach der Erweiterung der Lünendonk®-Liste fort. Das sind erste Ergebnisse der Lünendonk®-Liste und -Studie 2017 „Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland“. Das Ranking steht unter www.luenendonk.de kostenfrei zum Download zur Verfügung. Die umfassende Lünendonk®-Studie mit detaillierten Auswertungen und dem Blick auf Trends und Branchenthemen für die Zukunft erscheint voraussichtlich im August 2017.

Lünendonk®-Liste 2017 im Detail

Die Lünendonk®-Studie „Industrieservice-Unternehmen in Deutschland“ wird traditionell durch ein Ranking der nach Inlandsumsatz führenden Anbieter ergänzt. Für die Aufnahme in die Lünendonk®-Liste gelten folgende Kriterien: Mehr als 50 Prozent des Inlandsumsatzes müssen mit klassischen Industrieservices, wie Diagnose, Inspektion, Instandsetzung oder Wartung, erbracht und mindestens zwei Drittel des Umsatzes mit externen Aufträgen generiert werden.

Marktführer Bilfinger behauptet Spitzenplatz, Wisag verbessert sich auf Rang 2

Bilfinger bleibt – wie in den Vorjahren – auf Platz eins des Lünendonk®-Rankings mit 1.004,0 Millionen Euro Umsatz im Inland und 4.219,0 Millionen Euro Gesamtumsatz. Nach dem Verkauf der Sparte Facility Service generiert Bilfinger mehr als 50 Prozent des Umsatzes im Industrieservice und berichtet daher den Gesamtumsatz. In den Vorjahren meldete Bilfinger Zahlen nur für die Division Industrial Service.

Neu auf Rang 2 ist die Wisag Industrie Service, die sich um 60 Millionen Euro auf nun 740 Millionen Euro verbesserte. Das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt tauscht die Ränge mit Remondis Maintenance & Service, die mit nun 670 Millionen Euro Jahresumsatz auf Rang 3 platziert sind. Am Markt ist das Unternehmen mit Sitz in Köln mit den Marken Buchen und Xervon aktiv.

Auf Rang 4 folgt die Leadec Gruppe – vormals Voith Industrial Service – mit 438 Millionen Euro Umsatz (2015: 450 Mio. Euro). Dem Umsatzrückgang im Inland steht ein deutlich stärkeres Auslandsgeschäft (+27 Mio. Euro) gegenüber, so dass der Gesamtumsatz auf 991 Millionen Euro zunahm. Nach dem Verkauf an Triton Partners ist das Unternehmen nun mit einem neuen Auftritt am Markt. Unter dem Dach der Leadec Gruppe bündelt das Unternehmen die beiden Marken Leadec Services, die im Schwerpunkt für die Automobilindustrie tätig ist, und Veltec Services für die Prozessindustrie und Kraftwerksservices. Kaefer mit Sitz in Bremen komplettiert die Top 5 mit einem unveränderten Jahresumsatz von 335 Millionen Euro.

Babcock steigt neu auf Rang 9 in Lünendonk®-Liste ein

Ebenfalls mit unverändertem Inlandsumsatz von 262 Millionen Euro nimmt die Weber Unternehmensgruppe mit Sitz in Pulheim bei Köln Rang 6 ein. Das Unternehmen konnte das Auslandsgeschäft um vier Millionen Euro steigern.

Neu auf Rang 7 (2016: Rang 8) folgt die Hertel Industrie Service GmbH, die nun die Umsätze mehrerer Tochtergesellschaften konsolidiert und auf eine geschätzte Jahresleistung von 260 Millionen Euro kommt. Das Unternehmen mit früherem Sitz in Leipzig ist nun in Lingen beheimatet. In 2015 übernahm die französische Altrad-Gruppe das niederländische Unternehmen mit insgesamt rund 10.000 Mitarbeitern. Hiervon waren 987 Mitarbeiter in 2016 in Deutschland beschäftigt. Das um rund 20 Prozent niedrigere Umsatzvolumen ist unter anderem auf den Abschluss eines Großprojekts zurückzuführen.

Kiel Industrial Service gelang als einem von drei Unternehmen der Top 10 ein Umsatzanstieg. Dennoch verlor das Unternehmen aufgrund der neuen Berichtsstruktur von Hertel einen Rang. Mit nun 185,7 Millionen Euro (2015: 183,2 Mio. Euro) ist das Unternehmen auf Rang 8 gelistet.

Erster Neueinsteiger in der Lünendonk®-Liste 2017 ist auf Rang 9 Babcock Industry and Power mit Sitz in Oberhausen. Babcock bildet zusammen mit den rechtlich unabhängigen Unternehmen Rittergruppe und Bachtrup GmbH eine Allianz von nicht im Wettbewerb stehenden Industrieservice-Unternehmen und wird daher – wie bisher schon bei Unternehmensgruppen üblich – als ein Anbieter betrachtet. Der kumulierte Inlandsumsatz lag in 2016 bei 155,8 Millionen Euro und wurde von 1.124 Mitarbeitern erwirtschaftet.

InfraServ Knapsack komplettiert die Liste der Top-10-Unternehmen mit Umsatzanstieg. 2016 schloss das Unternehmen mit einem Plus von 6,5 Millionen Euro auf nun 113,5 Millionen Euro. Der Dienstleister mit Sitz in Hürth setzt damit seinen Wachstumskurs der vergangenen Jahre fort.

Robur, InfraServ Wiesbaden Technik und InfraServ Gendorf Technik sind ebenfalls Neueinsteiger in der Lünendonk®-Liste

Lobbe auf Rang 11 entwickelt sich stabil mit einem minimalen Umsatzrückgang von 600.000 Euro gegenüber dem Vorjahr. Ebert Hera Esser mit Sitz in Baden-Baden konnte den deutlichen Umsatzanstieg in 2015 (+15 Mio. Euro) nicht komplett behaupten und rangiert nun mit 89,8 Millionen Euro auf Platz 12.

Mit einem Abstand von rund 35 Millionen Euro folgt die GMR – ein Teil der Griesemann-Gruppe – auf Rang 13. Robur auf Rang 14 ist ebenfalls das erste Mal auf der Lünendonk®-Liste enthalten. Das Unternehmen besteht – wie Babcock – aus einer Allianz eigenständiger Unternehmen und generierte in 2015 52 Millionen Euro.

„Ab diesem Jahr bezieht Lünendonk Instandhaltungsgesellschaften von Industrieparkbetreibern für die Lünendonk®-Liste ein, sofern mehr als
66 Prozent des Umsatzes im Wettbewerb erwirtschaftet werden. Diese Änderung in der Listensystematik berücksichtigt die gestiegene Bedeutung der Instandhaltungsgesellschaften der Industrieparkbetreiber für den externen Markt“, kommentiert Thomas Ball, Senior Consultant und Studienautor bei Lünendonk. „Die Lünendonk®-Liste verfolgt seit jeher das Ziel, den Drittmarkt für Industrieservice akkurat und vollständig abzubilden.“

Komplettiert wird die Lünendonk®-Liste von Baumüller mit Sitz in Nürnberg, die nun unter anderem aufgrund der Neueinsteiger mit aktuell 34 Millionen Euro Inlandsumsatz (2015: 38 Mio. Euro) auf Rang 19 geführt sind, und Etabo mit Sitz in Bochum, die den prozentual stärksten Anstieg (+22,2%) aller Unternehmen der Lünendonk®-Liste generierten.

Personalmangel ist Herausforderung für die Branche

Die Stimmung unter den Industrieservice-Unternehmen ist gut: Sie erwarten steigende Umsätze und die Energiewende wird weniger als in den vergangenen Jahren als Erfolgshindernis wahrgenommen. Zudem sehen die befragten Dienstleister ein zunehmendes Outsourcing von Instandhaltungsleistungen. Für Herausforderungen sorgt indes der Bedarf an qualifizierten Fach- und Service-Kräften, der in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Die gute Konjunktur in Deutschland sowie der bereits spürbare demografische Wandel wirken sich merklich aus. Thomas Ball kommentiert: „Der Mangel an qualifizierten Technikern für die Instandhaltung ist ein Risiko für den Industriestandort Deutschland. Die Fremdvergabe von Industrieservices an externe Dienstleister trägt zur Abschwächung dieses Effekts bei und ermöglicht eine flexiblere und professionelle Instandhaltung. Dies wird insbesondere im Zuge der Digitalisierung sichtbar, von der die Branche spürbar profitieren wird.“

Studienbezug

Der aktuellen Lünendonk®-Studie liegen Zahlen, Daten und Fakten von 36 in Deutschland tätigen Industrieservice-Unternehmen zugrunde – darunter die 20 führenden. Sie wird im August 2017 als PDF-Datei zum Preis von 1.800,- Euro (exklusive Mehrwertsteuer, inklusive Versand) erhältlich sein.


Stimmen zur Lünendonk®-Liste 2017 :

„Als international ausgerichteter Industriedienstleister verzeichnen wir einen Trend zu standardisierten Lösungen mit dem Fokus auf Kostenoptimierung und Effizienzsteigerung. Diese Entwicklung war bisher in Europa stärker ausgeprägt als in anderen Regionen. Einer der Gründe dafür ist darin zu sehen, dass in Europa die industrielle Instandhaltung durch langjährige praxisorientierte Theoriebildung auf ein solides Fundament gestellt werden konnte. Durch die fortschreitende Digitalisierung erfährt die Entwicklung hin zu Predictive Maintenance einen enormen Schub. Mit Standards auf hohem Niveau und Best Practices können wir unser Verständnis moderner Instandhaltung heute sehr gut vermitteln. Kollaborative Modelle, in denen wir als Dienstleistungspartner unserer Kunden agieren, erweisen sich dabei als wesentlicher Erfolgsfaktor.“

Gerald Pilotto, Executive President Bilfinger Continental Europe


„Auch nach dem guten Jahr 2015 konnte die InfraServ Knapsack in 2016 erneut den erfolgreichen Wachstumskurs fortsetzen. Getragen wird dieser ganz wesentlich durch die Wahrnehmung der Leistungen unserer qualifizierten, engagierten Mitarbeiter durch unseren Kunden. Die momentan festzustellenden Bewegungen in unseren Märkten, insbesondere auch in der Chemie, bieten uns weitere, gute Chancen für unser zukünftiges Wachstum: Wir sind sehr optimistisch!“

Dr. Clemens Mittelviefhaus, Geschäftsleitung der InfraServ Knapsack


„Die Fremdvergabe von Industrieservices nimmt zu und immer häufiger werden große Dienstleistungsportfolios als Gesamtpaket vergeben. Dabei bestimmen zumeist die Themen Industrie 4.0 und die fortschreitende Digitalisierung die Diskussion. Aus meiner Sicht wird dabei zu häufig vergessen, dass der wichtigste Faktor in der Dienstleistung mittelfristig noch immer der Mensch sein wird. Um unser technisches Know-how in der Praxis umzusetzen, wird es unsere zentrale Aufgabenstellung in den kommenden Jahren sein, adäquate Antworten auf den Fachkräftemangel zu finden.“

 Olaf Piepenbrock, Geschäftsführender Gesellschafter Industrie, Instandhaltung, Piepenbrock Unternehmensgruppe


 „Wir sind sehr erfreut, den Schritt auf Platz 2 der Lünendonk-Liste geschafft zu haben, und hoffen darauf, das positive Umsatzwachstum in diesem Jahr weiter fortsetzen zu können. Ein wichtiger Faktor dafür wird auch in diesem Jahr die fortschreitende Digitalisierung sein, die wir aller Unwägbarkeiten zum Trotz in erster Linie als Chance betrachten: Als Multidienstleister setzen wir alles daran, die Digitalisierung zum Vorteil unserer Kunden und Mitarbeiter zu nutzen. Es entstehen neue Geschäftsfelder sowie Geschäftsmodelle – und somit Arbeitsplätze, für deren Besetzung wir auch in Zukunft auf Mitarbeiter mit speziellen Qualifikationen angewiesen sind, um die Menge an gesammelten Daten optimal aufzubereiten und auszuwerten.“

Uwe Koch, Vorsitzender der Geschäftsführung, Wisag Industrie Service Holding


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