Herausforderungen lassen Mittelstand über Vergabe von Facility Services nachdenken

  • Demografischer Wandel und gesetzliche Regelungen stellen Mittelstand vor Herausforderungen im Facility Management
  • Regionaler Bezug beeinflusst Facility-Management-Strategie
  • Mittelstand zeichnet sich durch Heterogenität aus

 

Mindelheim, 31. März 2017. – Mittelständische Unternehmen sehen sich angesichts des Personalmangels und der zu erwartenden zunehmenden Regulierung im Gebäudemanagement vor Herausforderungen. Dies sind zwei mögliche Treiber für eine künftige Fremdvergabe von bisher in Eigenleistung erbrachten Facility Services, ergab eine aktuelle Studie des  Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Lünendonk & Hossenfelder, Mindelheim. Für die Studie wurden deutsche mittelständische Unternehmen aus Industrie, Handel, Verkehr- und Logistik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie befragt. Neben dem Ausblick in die Zukunft zeichnen die Ergebnisse ein differenziertes Bild des Mittelstands in Bezug auf den Anteil der Fremdvergabe von einzelnen Gewerken sowie die Bewertung von Themen und Trends. Die 83 befragten Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz zwischen 200 Millionen und einer Milliarde Euro, sind überwiegend inhabergeführt und unterhalten überwiegend zwischen einem und fünf Standorten in Deutschland.

Soziale Verantwortung ist zentrales Motiv für Gebäudebewirtschaftung mit eigenen Mitarbeitern

Im Gegensatz zu Großunternehmen und Konzernen mit einer diversifizierten Eigentümerstruktur sind die mittelständischen Unternehmen sowie deren Eigentümer in der Regel stark in der Region verwurzelt. Dieser Standortfaktor hat wesentlichen Einfluss auf die Facility-Management-Strategie. Ein zentrales Motiv, warum die Sekundärprozesse zur Gebäudebewirtschaftung oftmals noch mit eigenem Personal erbracht werden, sind weniger wirtschaftliche Gründe, sondern ein hohes soziales Verantwortungsgefühl gegenüber den eigenen Mitarbeitern sowie dem Ruf in der Region. Angesprochen auf die Zukunftserwartungen, sorgen sich die Studienteilnehmer um den demografischen Wandel sowie den daraus bedingten Fachkräftemangel. Zusätzlich erwarten die Befragten einen Anstieg von Gesetzen und Vorschriften sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene. Diese Erwartungen lassen viele Studienteilnehmer daran zweifeln, dass sie für diese Aufgaben künftig qualifiziertes Personal zur Verfügung haben werden.

Thomas Ball, Senior Consultant bei Lünendonk & Hossenfelder und Studienautor, kommentiert: „Mittelständische Unternehmen verspüren angesichts der guten wirtschaftlichen Lage aktuell kaum Handlungsdruck im Gebäudemanagement. Der Aufbau eines professionellen Gebäudemanagements sowie die Frage, welche Leistungen künftig noch mit eigenen Kräften erbracht werden sollen, erfordern Zeit. Wer sich zu spät auf die Zukunft vorbereitet, muss mit erheblichen Nachteilen durch Personalengpässe rechnen.“

Größe und Branchenzugehörigkeit beeinflussen Gebäudemanagement

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen indes, dass etablierte Prozesse im Kontakt mit Großunternehmen und Konzernen sich nicht ohne Weiteres auf die Strukturen mittelständischer Unternehmen übertragen lassen. Hier sind die Dienstleister gefordert, maßgeschneiderte Lösungen und Angebote zu entwickeln. Dies gilt umso mehr, da der Mittelstand keine homogene Gruppe ist, sondern die Strategie und Präferenzen zum Teil deutlich voneinander abweichen. Die Zielgruppe unterscheidet sich je nach Branchenzugehörigkeit und Anzahl der Mitarbeiter deutlich in der Einstellung zum Gebäudemanagement. Je mehr Mitarbeiter und Standorte ein Unternehmen hat, desto eher gleicht das Gebäudemanagement dem von Großunternehmen. Darüber hinaus ist die Branchenzugehörigkeit ein ebenso starker Faktor wie die Größenzuordnung.

Die Studie wurde mit freundlicher Unterstützung der sieben Facility-Service-Dienstleister Apleona (ehemals Bilfinger), DB Services, Dussmann, Klüh, Piepenbrock, RGM und Dr. Sasse ermöglicht.


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Grafiken zur Presse-Information: Im Mittelstand wird an gegenwärtigen Prozessen festgehalten | Unter bestimmten Voraussetzungen greifen Teilnehmer stärker auf Dienstleister zurück (.pdf)