Lünendonk®-Studie 2015: Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland

  • IT-Beratungen in Hochstimmung; IT-Service-Markt stagniert
  • CIOs modernisieren in den kommenden zwei Jahren ihre IT-Prozesse, um mit der Digitalisierung Schritt zu halten
  • 20 Prozent der befragten CIOs sehen ihre IT noch in einem veralteten Zustand
  • Lünendonk®-Studie ab Ende Juli 2015 kostenfrei verfügbar

 

Kaufbeuren, 25. Juni 2015.Der IT-Dienstleistungsmarkt in Deutschland entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 überaus positiv. 33,3 Milliarden Euro haben die von Lünendonk befragten 100 in Deutschland operierenden IT-Beratungs- und IT-Service-Unternehmen 2014 erwirtschaftet. Knapp 4 Milliarden Euro davon resultieren aus dem Auslandsgeschäft. Die nähere Betrachtung des Marktsektors zeigt, dass sich die einzelnen Marktsegmente und Geschäftsmodelle sehr unterschiedlich entwickeln. Während die auf das IT-Projektgeschäft ausgerichteten IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen 2014 im Durchschnitt um 6,9 Prozent gewachsen sind, konnten die Anbieter mit Schwerpunkt auf dem Betrieb von Applikationen und IT-Infrastruktur nur um durchschnittlich 0,4 Prozent zulegen. Das sind erste Ergebnisse der aktuellen Lünendonk®-Studie „Führende IT-Beratungs- und IT-Service-Unternehmen in Deutschland – mit Sonderkapitel zu Business Innovation/Transformation Partnern (BITP)“.

IT-Beratungen planen zweistelliges Wachstum

Die vollen Auftragsbücher der IT-Beratungen – getrieben durch den Handlungsdruck der Kunden, die digitale Transformation zügig zu gestalten – erlauben ihnen einen sehr optimistischen Blick in die Zukunft. Für das laufende Jahr 2015 rechnen die befragten IT-Beratungen mit einem noch stärkeren Umsatzplus von 8,6 Prozent im statistischen Mittel. 2016 werden sogar durchschnittlich 10,6 Prozent angestrebt.

Dagegen ist das Marktumfeld der IT-Service-Unternehmen von diversen Faktoren getrübt. Industrialisierung und Automatisierung im Betrieb von Applikationen und Rechenzentren verbessern zwar grundsätzlich die Qualität der IT-Leistungserbringung sowie die Unterstützung der Business-Prozesse mit hochverfügbaren und flexiblen IT-Prozessen. Aufgrund der hohen Ähnlichkeit und Vergleichbarkeit der Leistungen wird IT dadurch aber auch günstiger in der Bereitstellung, was sich negativ auf die Service-Preise auswirkt. Die Verlagerung von IT-Leistungen, wie Test-Services, Softwareentwicklung oder Applikationsbetrieb, in Near- und Offshore-Standorte erhöht zusätzlich den Druck auf die Preise in Deutschland. Folglich nimmt die Verhandlungsmacht der Kunden zu, der Wettbewerbsdruck steigt weiter.

Dennoch gehen die von Lünendonk befragten IT-Service-Unternehmen für das laufende Jahr 2015 von einer besseren Geschäftsentwicklung als 2014 aus; sie rechnen mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 3,7 Prozent. Für 2016 erwarten sie eine durchschnittliche Steigerung auf gleichem Niveau (plus 3,8%). „Die IT-Service-Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre Geschäftsmodelle den veränderten Kunden- und Technologieanforderungen sowie dem Wettbewerbsumfeld anzupassen“, beschreibt Mario Zillmann, Leiter Professional Services und Autor der Studie, den Handlungsbedarf vieler IT-Service-Unternehmen. „Einen Schlüssel, um dieser Entwicklung zu begegnen, sehen viele Anbieter in der immer stärkeren Automatisierung ihrer eigenen Delivery-Prozesse, im Aufbau von Cloud-Kapazitäten sowie in der Anpassung ihres Service-Portfolios auf die veränderten Kundenanforderungen.“

CIOs investieren in die Modernisierung ihrer IT und in Innovationen

Obwohl die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und -modelle derzeit das alles bestimmende Marktthema zu sein scheint, setzen die von Lünendonk befragten CIOs aktuell und mittelfristig andere Schwerpunkte bei ihrer Budgetplanung. Den größten Teil der IT-Budgets werden in den kommenden zwei Jahren die „Modernisierung von Alt-Software“ sowie die „Standardisierung und Konsolidierung der IT-Landschaft“ beanspruchen – zwei IT-Klassiker und Dauerbrenner. „Diese Schwerpunkte der CIOs verwundern aus Marktperspektive aber überhaupt nicht“, so Mario Zillmann. „Die digitale Transformation eines Unternehmens kann nur gelingen, wenn die IT-Prozesse technologisch auf dem neuesten Stand sind und die IT   chlank, flexibel und agil das Business unterstützen kann. Unterschiedliche Release-Stände, diverse Insellösungen und veraltete Individualsoftware, die sich nicht mit den neuen Tools kombinieren lässt, sind für den digitalen Wandel hinderlich.“

Folglich beschreiben 22 Prozent der befragten CIOs ihre IT-Prozesse derzeit noch als veraltet. In zwei Jahren, so die Planungen, sollen nahezu alle Unternehmen moderne IT-Prozesse haben. Die geplanten Projekte und Schwerpunkte in den IT-Budgets spiegeln diese Zielsetzung wider.

Zwar finden Digitalisierungsprojekte in allen Geschäftsbereichen und -prozessen statt. Ein Projektschwerpunkt liegt laut Angaben der befragten CIOs allerdings auf „Logistik/Supply Chain“ sowie „Services/Kundendienste“. In den beiden Aufgabenfeldern „Human Resources“ und „Corporate Finance“ werden dagegen verhältnismäßig wenige Digitalisierungsprojekte durchgeführt.

Zur aktuellen Lünendonk®-Studie

Für die Lünendonk®-Studie „Führende IT-Beratungs- und IT-Service- Unternehmen in Deutschland – mit Sonderkapitel zu Business Innovation/ Transformation Partnern (BITP)“ – wurden auch in diesem Jahr neben 100 Anbieterunternehmen wieder rund 45 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt. IT-Dienstleister und deren Kunden erhalten dadurch wichtige Kennzahlen und umfassende Informationen für ihre jeweilige Planung. Sponsoren der Lünendonk®-Studie sind die Unternehmen Accenture, Lufthansa Industry Solutions sowie NTT Data. Die wissenschaftliche Begleitung der Lünendonk®-Studie hat erneut Prof. Dr. Peter Buxmann, Inhaber des Lehrstuhls Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt, übernommen.

Ende Juli kann die Studie wieder kostenfrei von allen Interessierten unter www.luenendonk-shop.de heruntergeladen werden.

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Grafiken zur Presse-Information: IT-Beratungen in Hochstimmung – abgeschwächtes Wachstum im IT-Betrieb erwartet(1) und Big Data gewinnt an Bedeutung Modernisierung der IT-Prozesse derzeit Top-Thema(2) als (.pdf)