Trotz Wachstumsbremse in 2013: Führende Industriedienstleister bleiben optimistisch

  • Branchenführer verpassen Umsatzziele für 2013
  • Prognose für das Geschäftsjahr 2014: +4,4 Prozent
  • Marktanteil der Top 15 auf knapp 20 Prozent gestiegen
  • Vor allem das Ausland bietet Chancen

 

Frankfurt am Main/Kaufbeuren, 17. Juli 2014. Die 15 führenden Industrieservice-Unternehmen (IS) in Deutschland haben im Geschäftsjahr 2013 ein geringeres Umsatzwachstum verzeichnet als im Vorjahr. Nach durchschnittlich 2,3 Prozent im Jahr 2012 sind die Top 15 im Inland 2013 nur um 1,1 Prozent gewachsen. Damit verfehlen sie ihre im Vorjahr für das Jahr 2013 gesteckten Ziele deutlich, wonach sie im Durchschnitt eine Steigerung des Inlandsgeschäfts um 5,7 Prozent prognostiziert hatten. Für das laufende Geschäftsjahr 2014 rechnen die führenden IS-Anbieter hin­gegen mit einem Umsatzwachstum von 4,4 Prozent. Das sind erste Ergeb­nisse der Lünendonk®-Liste und -Studie 2014 „Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland“, die das Marktforschungsunternehmen Lünendonk, Kaufbeuren, in Frankfurt am Main vorstellte. Das Ranking steht unter www.luenendonk.de kostenfrei zum Download zur Verfügung; die umfassende Lünendonk®-Studie wird im August 2014 veröffentlicht.

Energiewende und Recruiting als größte Herausforderungen

„Besonders die Energiewende bewerten viele Dienstleister als Risiko für das Zukunftsgeschäft, weil Kunden ins Ausland abzuwandern drohen“, sagt Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk. „Zusätzlich bleibt das Finden von qualifiziertem Personal auf allen Ebenen ein Schlüssel­faktor, um sich perspektivisch in einem umkämpften Markt behaupten zu können.“ Im Jahr 2013 beschäftigten die Top 15 im Inland gut 46.000 Mitarbeiter, rund 1.000 mehr als noch 2012.

Lünendonk®-Liste 2014 im Detail

Die Lünendonk®-Studie „Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland“ wird traditionell durch ein Ranking der 15 nach Inlandsumsatz größten Anbieter komplettiert. In dieser Lünendonk®-Liste werden nur diejenigen Unternehmen aufgenommen, die folgende Kriterien erfüllen: Mehr als 50 Prozent des Gesamtumsatzes müssen mit Instandsetzung und Wartung erbracht und mindestens zwei Drittel des Umsatzes mit externen Aufträgen generiert werden.

Marktführer Bilfinger distanziert die Konkurrenz

Branchenprimus bleibt Bilfinger SE mit dem Segment Industrial. Der Konzern führt mit 841 Millionen Inlandsumsatz (+4,5%) in diesem Geschäftsfeld nach wie vor die Lünendonk®-Liste an und vergrößerte darüber hinaus auch den Abstand auf die zweitplatzierte Wisag Industrie Service auf 196 Millionen Euro. Noch stärker wuchs jedoch das Auslands­geschäft. Der Gesamtumsatz konnte von 3,7 auf knapp 4,0 Milliarden Euro (7,0%) gesteigert werden, was die hohe Bedeutung des internationalen Geschäfts für den gesamten Bilfinger-Konzern dokumentiert.

Die Industrieservice-Sparte der Wisag musste 2013 dagegen leichte Umsatzeinbußen hinnehmen. Die Frankfurter verbuchten 15 Millionen Euro weniger Umsatz als noch im Jahr 2012, können sich mit insgesamt 645 Millionen Euro jedoch vor Voith Industrial Services aus Stuttgart (637 Mio. Euro) behaupten. Für die Wisag Industrie Service ist dies der erste Umsatzrückgang nach kontinuierlichem Wachstum in den zurückliegenden Jahren. Der Stuttgarter Service-Anbieter Voith bewies 2013, dass sowohl im Inland als auch im Ausland gleichermaßen Wachstumspotenziale realisiert werden können. Während der Gesamtumsatz um 7,6 Prozent auf 1.185 Millionen Euro wuchs, lag die Steigerungsrate im Inland mit 6,2 Prozent nur unwesentlich darunter.

Auch die Reihenfolge der nächsten drei Industriedienstleister bleibt im Vorjahresvergleich unverändert. Weiterhin auf Platz 4 rangiert die Xervon GmbH aus Köln (450 Mio. Euro), die wie die sechstplatzierte Buchen GmbH (267 Mio. Euro) dem Remondis-Konzern angehört. Beide Gesellschaften konnten die Umsätze des Vorjahres nicht halten. Während Buchen einen um 9,4 Millionen Euro geringeren Inlandsumsatz meldete als 2012, büßte Xervon zum zweiten Mal in Folge ein zweistelliges Umsatzvolumen ein. Allerdings lassen sich diese Entwicklungen mit strategischen Veräußerungen von Geschäftseinheiten (u.a. Xervon Energy) sowie Rückzügen aus ausländischen Märkten begründen. Zwischen die beiden Remondis-Einheiten reiht sich die Weber Unternehmensgruppe aus Pulheim ein, die ihren Inlandsumsatz von 257 auf 270 Millionen Euro erhöhte.

Auf den Rängen 7 und 8 folgen die Leipziger Hertel GmbH mit 195 Millionen Euro (+2,6%) sowie die Kiel Industrial Services AG aus Nördlingen mit 186,5 Millionen Euro. Letztere verzeichnete mit 10,1 Prozent das größte Umsatzwachstum aller Unternehmen der Top 15. Dieses ist jedoch auch auf Zukäufe zurückzuführen.

Infraserv Knapsack steigt neu in die Lünendonk®-Liste ein

Erstmals in der Lünendonk®-Liste vertreten ist InfraServ Knapsack. Das Unternehmen erzielte in 2013 inzwischen mehr externe Umsätze als captive – sowohl im Industriepark Knapsack bei Hürth als auch außerhalb. In den 99,8 Millionen Euro sind die – meist standortgebundenen – Umsätze im Energiemanagement und in der Medienversorgung nicht enthalten.

Ähnlich wie InfraServ Knapsack verpasste auch die Lobbe Industrieservice GmbH die 100-Millionen-Euro-Marke nur knapp. Mit einem Umsatz­wachstum von 6,9 Prozent steigerte der Dienstleister aus Iserlohn seinen Umsatz auf 92 Millionen Euro. Knapp dahinter folgt Ebert Hera mit 87 Millionen (+6,1%).

Mit mittleren zweistelligen Umsatzvolumina komplettieren die Unternehmen Piepenbrock (50,6 Mio. Euro), Stork Technical Services (44,5 Mio. Euro), die S.I.S. Gruppe (36,0 Mio. Euro) sowie Baumüller (25,0 Mio. Euro) die Liste der 15 nach Inlandsumsatz führenden Industriedienstleister. Zwei der genannten vier Unternehmen hatten leichte Umsatzrückgänge zu verzeichnen, die übrigen zwei wuchsen moderat. Die Facility-Service-Umsätze von Piepen­brock (435,4 Mio. €) sind in einer separaten Lünendonk®-Liste dargestellt.

„Insgesamt haben sechs der 15 Branchenführer im Jahr 2013 geringere Inlandsumsätze erzielt als noch 2012“, so Hossenfelder. „Dies deutet zwar auf ein umkämpftes Marktumfeld hin, ist jedoch nicht zwingend auf eine schwächere Performance der Dienstleister zurückzuführen. Das Jahr 2013 war auch geprägt durch Umstrukturierungs- und Konsolidierungs­maßnahmen der einzelnen Unternehmen.“

Marktanteil der Top 15 sowie Bedeutung des Auslandsgeschäfts nehmen zu

Insgesamt erzielten die 15 führenden Industrieservice-Unternehmen im Jahr 2013 einen Inlandsumsatz von 3,9 Milliarden Euro im Inland. Bei einem Marktvolumen von rund 20 Milliarden Euro laut Branchenverband WVIS deckten die Branchenführer 19,6 Prozent des gesamtdeutschen Marktes ab (2012: 18,5%).

„Neben dem Inland ist auch die Prognose für das Auslandsgeschäft interessant“, sagt Hossenfelder. „Hier erwarten die führenden Anbieter höhere Zuwachsraten als im Inland. Besonders im Fokus liegen die Märkte Amerika, Asien sowie Mittlerer Osten.“

Studienbezug

Der aktuellen Lünendonk®-Studie liegen Zahlen, Daten und Fakten von 36 in Deutschland tätigen Industrieservice-Unternehmen zugrunde  – darunter die 15 führenden. Sie wird im August 2014 als PDF-Datei zum Preis von 1.600,- Euro (exklusive Mehrwertsteuer, inklusive Versand) erhältlich sein.

Die Presse-Information als (.pdf)

Die Presse-Information als (.rtf)

Direkt zum kostenfreien Download der Liste in den Lünendonk-Shop